Seit 1973 – und damit seit exakt 44 Jahren – findet am dritten Adventssonntag in der Pfarrkirche St. Martin ein Adventssingen statt. Begründer und seither Organisator des Adventssingens sind Konrad Karl und Wolfgang Folger. Von Anfang an wollte es, aus dem reichen Schatz religiöser Volksmusik und dramatischer Mundarttexte schöpfend, einen Beitrag leisten, im Advent innezuhalten, still zu werden, hinzuhorchen und achtsam zu werden auf den, der kommt. Spieler, Sänger und Musiker wollen deshalb mit ihrem Tun durch den Advent führen und auf das kommende Weihnachtsfest einstimmen.Ganz nach Schwarzacher Tradition stand im Mittelpunkt des Adventssingens, zu dem KiS-Kultur in Schwarzach eingeladen hatte, ein Theaterspiel, das an bestimmten Stellen unterbrochen wurde. Während die Spieler innehielten, interpretierten Gesang und Musik gleichsam das gesprochene und gespielte Wort. Die „Hirtenszene“ aus dem großen Weihnachtsspiel von Carl Orff, „Ludus de nato Infante mirificus“, bildete beim diesjährigen Adventssingen die dramatische Mitte.KiS-Vorsitzender Sascha Edenhofer wies eingangs nochmals darauf hin, dass mit diesem Adventssingen etwas „Zeit zum Ankommen“ gestaltet werden sollte. Im Treiben des hektischen Alltags bleibt meist keinerlei Zeit, um sich innerlich und gedanklich auf das bevorstehende Weihnachtsfest vorzubereiten.Und wahrlich ist es den Verantwortlichen und vor allem den mitwirkenden Musikern, Sängern und Spielern gelungen, eine wirklich besinnliche und abwechslungsreiche Stunde zu gestalten. In der voll besetzten Pfarrkirche herrschte während des Adventssingens eine bemerkenswerte Stille unter den Besuchern, die sich von dem wunderbar gesungenen und gesprochenen Wort förmlich in den Bann ziehen ließen.Die Mischung aus verschiedenen Gesangs- und Musikgruppen machte das Konzert so wunderbar kurzweilig. Von den Perasdorfer Bläsern unter der Leitung von Anna Bielmeier, dem Festspielchor, einer Frauen- und Männerformation und der Schwarzacher Stubenmusi wurden Musikstücke wie „Wachet auf, ihr Menschenkinder“, „Hör in den Klang der Stille“, „Advent, des is a Leuchtn“, „Heit Nacht hat mia traamt“, „Heiligste Nacht“ und viele mehr gekonnt vorgetragen.Die „Hirtenszene“ aus dem großen Weihnachtsspiel von Carl Orff bildete die erzählerische Mitte des Adventssingens und wurde von den Mitgliedern der „KiS-TheaterCompagnie“ beeindruckend und mitreißend gespielt.Sehr erfreulich vor allem, dass die Schauspieler ausnahmslos junge Talente sind, von denen in Zukunft sicherlich noch viel zu sehen sein wird. Als nach den Schlussworten und dem Segen von Pfarrer Alfons Dirscherl der „Andachtsjodler“ angestimmt und gemeinsam gesungen wurde, war sie tatsächlich spürbar – die Adventszeit – die Zeit zum Ankommen und zur Ruhe zu kommen. Der Dank galt Konrad Karl und Wolfgang Folger für diese einzigartige Leistung seit mittlerweile 44 Jahren, und hoffentlich noch vielen weiteren.

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